Monat: Dezember 2019

Kaffeebegleitung: Die besten Schokomuffins der Welt

Das Rezept für diese Schokomuffins fand ich, während ich gerade mein Neugeborenes stillte. „Äh, was? Schokomuffins ohne raffinierten Zucker?“, dachte ich. Her damit! Und zwar sofort. Kreiert hat sie die Münchener Yogalehrerin Flora Fink, die hoffentlich bald ihr erstes Backbuch herausbringt.  Im vergangenen Winter sind ihre Muffins zu meinem absoluten Lieblings-Snack geworden, ich konnte Berge davon essen. Der Rest der Familie war schon fast genervt, weil es ständig Muffins aus Datteln und Kakao gab.

Sie sind super einfach zu machen und man braucht nicht mal ein Rührgerät oder ähnliches.

So geht es: 10 Medjool Datteln kleinschneiden und mit Wasser bedecken. Circa zwei Stunden oder auch länger einweichen lassen. Einen Apfel grob reiben und mit den Datteln und dem Einweichwasser verrühren. Etwas Meersalz, einen Teelöffel Zimt, 3 Esslöffel Kakaopulver und 3 Esslöffel Kokosöl dazugeben und vermischen. 200 g Dinkel- oder Vollkornmehl und 100 g Haferflocken vermischen und unter die Masse rühren. Wenn man möchte, etwas Backpulver dazugeben. Ich habe sie aber bestimmt schon zig Mal ohne Backpulver gemacht. Gelingen immer. Der Teig sollte etwas fester sein. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Teigmasse in Muffinformen geben. Circa eine Stunde backen, abkühlen lassen. Fertig sind die gesündesten und besten Schokomuffins.

Das schlechte Gewissen – Erwartungen, Balance, Wachstum

Das schlechte Gewissen taucht plötzlich auf. Und dann: aber wie! Es ist egal was man macht, irgendwie kommt es immer (wieder). Wahrscheinlich geht es uns allen so. Wie ich einen Weg gefunden habe, mit diesem Nervtöter umzugehen, schreibe ich hier.

Ich habe häufig ein schlechtes Gewissen.  Ich habe mal eine ziemlich treffenden Satz dazu gelesen: Das schlechte Gewissen sei wie New York: Es schlafe nie. Ich kann mich dafür entscheiden, mehr zu arbeiten, und schicke das schlechte Gewissen damit zum Teufel. Ich kann mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass es dann an einer anderen Ecke wieder auftaucht. Wenn ich mehr arbeite, habe ich weniger Zeit für meine Familie. Das schlechte Gewissen kommt auch manchmal ohne dass es kommen müsste. Das habe ich kürzlich im Gespräch mit meinem Mann herausgefunden. Es ging uns beiden so: Manchmal hatten wir dem anderen gegenüber ein schlechtes Gewissen. Wir dachten, der andere hätte eine Erwartung, die wir nicht erfüllen konnten. Im Gespräch kam dann aber heraus, dass es da gar keine Erwartung gab.  Wir hätten uns jede Menge schlechtes Gewissen sparen können, wenn wir gleich miteinander gesprochen hätten.
Das schlechte Gewissen und die Balance sind gute Bekannte. Weil nie alles gleichzeitig in „Balance“ sein kann.
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich bin mir ziemlich sicher, das schlechte Gewissen zieht öfter bei mir ein, seit ich mich intensiv mit Yoga beschäftige. Es ist unter anderem der Grund dafür, weshalb mein Buch den manchem wahrscheinlich übel aufstoßenden Namen „Yoga ist ein Arschloch. Warum es uns trotzdem so guttut.“ trägt. Ich habe nämlich seitdem auch ständig ein schlechtes Gewissen wenn ich durch die Stadt laufe. Ich habe beispielsweise ein schlechtes Gewissen, sobald ich an einem Menschen vorbeilaufe, der von mir erwartet, dass ich ihm einen Euro gebe. Und ich lebe dummerweise in einer Stadt, in der ich an sehr vielen Menschen vorbeilaufe, die das mit dem Euro erwarten. Ich kenne Leute, auch Yogis, die sind der vollen Überzeugung, dass jeder Mensch für sein eigenes Glück oder Schicksal selbst verantwortlich ist. Und auch ich selbst halte viel von dem Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ aber ich weiß sehr wohl, dass das nicht ganz korrekt ist. Nicht jeder hat das Glück, in eine Familie hineingeboren zu werden, die intakt ist. Ich weiß sehr wohl – und es zerreißt mir das Mutterherz – dass nicht jedes Kind auf dieser Welt mit Liebe gesegnet ist. Ich weiß sehr wohl, dass nicht jeder Mensch in einer kriegsfreien und erst recht nicht gewaltfreien Umgebung aufwächst und es ist nicht einfach okay, sich hinzustellen und „Jeder ist seines Glückes Schmied“ zu blöken. Da aber auch mein Geldbeutel sich nicht von selbst füllt, kann und will auch ich nicht ständig Euros verteilen. Und da ist es dann schon wieder. Das schlechte Gewissen. Denn ich könnte bestimmt ganz gut auf einiges verzichten und statt dessen mehr Euros verteilen, wenn man es mal so nimmt. Ich habe mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wie ich damit umgehen soll. Denn ich weiß, dass ein dauerhaft schlechtes Gewissen genauso ungesund ist wie jeden Tag Kartoffelchips und Fritten. Und dann kam die Idee. Meditation. Es hilft wirklich. Weil ich mir dann klar machen kann, dass ich nicht im Nachhinein über etwas ein schlechtes Gewissen haben muss. Es gibt viele Beispiele dafür, warum mein schlechtes Gewissen aufkreuzt. Aber ich habe mich nun entschlossen, es erst einmal an die Türe klopfen zulassen, bevor ich es direkt hineinbitte. Es hat nämlich nicht immer eine Daseins-Berechtigung. Wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, bedeutet das immer, dass wir unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnten oder die der anderen. Aber hey, niemand ist perfekt. Es ist okay, Fehler zu haben. Wir müssen unsere Erwartungen nicht immer erfüllen und schon gar nicht die der anderen. Wenn das schlechte Gewissen aber eine Kritik für mich dabei hat, an der ich wachsen kann, von der ich lernen kann, dann lasse ich es gerne auch mal wieder rein. Erzählst Du mir, wie Du mit deinem schlechten Gewissen umgehst? Hab einen schönen, goldenen Oktober.