Blumenkohl ist mein neuer Couscous

Ich werde nun nicht fanatisch meinen Backofen boykottieren. Dazu liebe ich ihn einfach viel zu sehr. Und ich freue mich auch weiterhin auf die leckeren Suppen, die mein Mann mir kocht. Trotzdem habe ich am vergangenen Wochenende an einem Raw Food Kochkurs teilgenommen. Wenn jemand in der eigenen Familie sich mit diversen Lebensmittelallergien durchschlagen muss, beschäftigt man sich automatisch mit dem Thema, was wir eigentlich essen sollen und dürfen. Und jeder, der sich ausführlicher mit Ernährung auseinandersetzt, hat wahrscheinlich auch festgestellt, dass es kein Patentrezept gibt. Ernährungsfragen sind kompliziert und sensibel, ständig tritt man irgendjemandem auf die Füße, weil viele ihre Philosophie zu einer Doktrin erklärt haben. Ich halte es mal lieber so: Ich bin offen für vieles. Wenn mir etwas schmeckt und ich das Gefühl habe, es tut meinem Körper gut, dann will ich mehr darüber erfahren. So war es mit Raw Food.

Wir haben mehr oder weniger zufällig eines Tages in einem kleinen süßen Raw-Food-Restaurant gefrühstückt, weil wir neugierig darauf waren und wussten, das Essen ist vegan und somit gibt es keine allergischen Reaktionen. Es war unheimlich lecker. Das Beste war: Es war nicht nur lecker! Wir hatten uns unheimlich viel Zeit für das Essen genommen, richtig gebruncht eben und am Ende quälte uns trotzdem nicht dieses unangenehme Völlegefühl, dass man normalerweise nach einem richtigen Brunch hat und das einen zumindest bis zum Abend denken lässt: ‘Oh mein Gott. Ich möchte nie wieder etwas essen!’ Wir fühlten uns satt aber unheimlich gut und leicht und deswegen wollte ich mich mehr mit dem Thema Raw Food beschäftigen.

Was ich am Samstag vor allem gelernt habe: In meine Küche gehört ein Dehydrator. Ich habe schon häufiger darüber nachgedacht und die Vorstellung, mir meine eigenen Trockenfrüchte machen zu können, finde ich ziemlich lässig. Aber nun weiß ich auch, dass ich tolle Cracker, Brot und herrliche Falafel mit diesem Ding machen kann. Das Spannende an Raw Food ist, dass ein Rezept jedes Mal unterschiedlich schmeckt. Weil keine Zucchini schmeckt genau wie die andere. Aber warum nun überhaupt Rohkost? Wenn wir Gemüse erhitzen, werden temperaturempfindliche Stoffe (wie beispielsweise Vitamin C, Chlorophyll, ungesättigte Fettsäuren) zerstört. Ihr Gehalt in der Nahrung nimmt dadurch ab, gleichzeitig nimmt der Gehalt an Stoffen zu, die in größerem Maße erst durch Erhitzen entstehen, wie beispielsweise Acrylamid. Deswegen sehen Befürworter der Rohkost den Vorteil darin, dass auch hitzeempfindliche Stoffe mit der Nahrung aufgenommen werden können, wie beispielsweise Sekundärpflanzenstoffe und Vitamine, Enzyme, Kohlenhydrate und Aminosäuren. Gleichzeitig werden Reaktionsprodukte, die bei der Erhitzung von Nahrungsmitteln entstehen (beispielsweise hitzedenaturierte Proteine), nicht aufgenommen. So they say. Wie oben schon beschrieben, werde ich auch in Zukunft nicht auf Diverses aus dem Backofen oder dem Kochtopf verzichten aber ich glaube, dass ein bisschen Rohkost nicht schadet – im Gegenteil. Dass es relativ simpel und trotzdem lecker ist, hat mir der Kurs bei Amy Bachellor gezeigt. Einen tollen Tipp hat sie mir unter anderem für die Verfeinerung von Apfel gegeben. Einfach Wasser mit Zimt und Zitrone anrühren und die Apfelschnitzen kurz eintauchen. Erstens werden sie dann nicht braun und zweitens schmecken sie – zumindest für diejenigen, die wie ich, Zimt mögen – wundervoll.

Ich werde in der Zukunft verschiedene Rezepte posten und eines gibt es natürlich heute schon. Hier braucht man auch nicht mal einen Dehydrator ☺ sondern einfach nur eine gut funktionierende Küchenmaschine. Mich hat dieses Rezept völlig überrascht und Blumenkohl ist mein neuer Couscous. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Blumenkohl Tabouli

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Blumenkohl
  • frische Petersilie
  • frische Pfefferminze
  • frischer Koriander
  • schwarze Oliven

Für das Dressing

  • 1 Zitrone
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

Den Blumenkohl in einer gut funktionierenden Küchenmaschine zu „Couscous“ verarbeiten – das funktioniert tatsächlich – und zur Seite stellen. Die Kräuter zusammen ebenfalls im Mixer zerkleinern. Die Oliven entsteinen und hacken und dann alle Zutaten zusammen in eine grosse Schüssel geben. Für das Dressing den Saft einer Zitrone auspressen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Besonders toll ist das Blumenkohl-Tabouli, wenn man es in einer Paprikaschote oder einer ausgehöhlten Zucchini serviert. Und: Das Tabouli lässt sich in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu fünf Tage lang aufbewahren. Und? Lecker? Und nicht mal was “gekocht”! Irre!

Ach so, und falls jemand die Klebezettel toll findet: Ja, das sind sie! Ist doch prima, jetzt kann ich meinem Mann diese kleinen Botschaften ganz klipp und klar rüberbringen ☺ Es gibt sie hier.

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