Der erste Schritt zur Fitness

Es war ruhig auf dem Blog in letzter Zeit. Und das tut mir leid. Aber jetzt wird es hier wieder wild. Ich habe es ja bereits am Montag angekündigt, dass in dieser Woche etwas zum Thema „Kochen“ erscheinen wird. Ich finde all diese Ernährungsphilosophien zum Teil selbst anstrengend. Jeder hat zu allem eine Meinung. Und egal, ob man sich vegan, vegetarisch, nach Paleo, Low Carb, mit oder ohne Fleisch und Fisch, glutenfrei oder irgendwie sonst ernährt, jeder gibt ständig einen Kommentar dazu ab. Aber wer weiß schon, was wirklich besser oder gesünder ist? Was für den einen Körper richtig ist, muss nicht für den anderen stimmen. Für mich aber gilt: Kochen soll Spaß machen, Essen soll schmecken und unser Körper ist kein Mülleimer. Das sind die wesentlichen Dinge, auf die ich hinaus will.

Früher fand ich Kochen ziemlich lästig. Es kostete einfach so viel Zeit. Ich war viel zu rastlos, um mich in die Küche zu stellen. Vielleicht hat es etwas mit meiner Generation zu tun, dass wir Frauen eine Weile lang glaubten, es sei cooler, das Essen irgendwo abzuholen und zu behaupten: „Kochen? Ach nee, hab ich keine Zeit für. Ich hole lieber Sushi.“ Vielleicht ist das auch cool. Aber cooler ist es definitiv, das Sushi selbst noch viel besser hinzubekommen als der Chef. Und heute sehe ich das zum Glück so. Ich habe nicht mehr das Gefühl, kochen zu können, sei etwas, was meine Ehre als moderne Frau antastet.

Kochen ist nämlich wunderbar. Wenn man es richtig kann – wovon ich weit entfernt bin – ist es noch toller. Ich kann heute in der Küche entspannen. Sogar beim Spülen. Und das Beste ist: Gemeinsam zu kochen, macht richtig Spaß. Warum Kochen vor allem gut ist? Weil Fertiggerichte nicht gesund sind und wir, wenn wir selbst kochen, auch viel besser merken, was und wie viel wir eigentlich essen. Jeder der abnehmen will, sollte sich dessen bewusst sein, dass der erste Schritt zu einem besseren Körpergefühl, der Griff zum Kochlöffel ist. Gesunde, frische Zutaten zu verarbeiten, macht mir viel Freude, vor allem, wenn ich merke, was dabei herauskommt. Am Anfang darf ruhig nach Rezept gekocht werden. Das ist sogar sinnvoll. Aber nach und nach die Rezepte selbst zu variieren, zu wissen, welche Kräuter sich viel besser dazu eignen würden, mit welchen Nüssen alles noch aufgepeppt werden kann oder welches Gemüse dazu besser schmecken könnte, ist die eigentliche Freude an der ganzen Sache.

Ich habe mich Anfang April auch – wie so viele – über die Artikel im Stern und Spiegel geärgert, die aufführten, wie ungesund vegane Fertigprodukte aus dem Supermarkt sind. Ach neeeeeeeee? Echt? Das war ja mal eine Neuigkeit! Haben die Journalisten, die diese Wahnsinns-Stories recherchiert haben, echt gedacht, dass vegane Ernährung immer gesund ist? Die Tonnen veganen Pommes frites beispielsweise, die täglich bei Mc Donalds über den Ladentisch gehen?!? Ich denke, kein Veganer auf dieser Welt würde behaupten, seine Ernährung sei gesünder, wenn er zu denjenigen gehört, die ständig Fertigprodukte kaufen und Pommes in sich reinstopfen. Gerade in dieser Woche war ich in Los Angeles in einer meiner Lieblingsstraßen, dem Abbot Kinney Boulevard. Dort gab es diesen Hot Dog Food Truck und die bieten mittlerweile sogar den Hot Dog vegan mit einer Sojawurst an. Aber wer bitte behauptet denn, dass der Hot Dog dann gesünder ist? Ich renne jetzt nicht herum und predige, dass alle zum veganen Hot Dog greifen sollen. Es gibt da offenbar ein Missverständnis. Die meisten Veganer die ich kenne, machen sehr viel selbst. Sie machen sogar ihr eigenes Joghurt. Sie kochen, weil sie genau wissen wollen, was in ihrem Essen wirklich ist. Sie wollen ihrem Körper etwas Gutes tun. Und deswegen ist ihre Ernährung gesund. Fertigprodukte sind meistens Mist, ganz egal, ob sie vegan sind oder vegetarisch, Fleisch oder Fisch enthalten. Nur weil ich mich dazu entschieden habe, bestimmte Produkte nicht mehr zu essen und aus meinem Ernährungsplan zu streichen, heißt das noch lange nicht, dass jeder das genau so machen soll. In genau dieser Entscheidung sind wir nämlich tatsächlich alle frei. Und ich würde nie behaupten, dass Fleisch in seiner ursprünglichen Form, und damit meine ich, Fleisch, das von Tieren kommt, die nicht mit Medikamenten vollgestopft wurden, ungesünder ist als Gemüse, das mit Chemikalien behandelt wurde. Da liegt nämlich das eigentliche Problem. Egal, was wir essen, so lange wir es nicht selbst ernten, wissen wir leider nie, was damit im Vorfeld geschehen ist. Ich versuche, darauf zu achten, Bioprodukte zu kaufen. Ich versuche, wenig Zucker, wenig Fettiges zu essen. Aber am Ende weiß ich trotzdem nicht, ob wenn Bio draufsteht, wirklich Bio drin ist und was „Bio“ als Label auf einem Produkt eigentlich tatsächlich bedeutet. Weil selbst, wenn ich es genau wüsste, könnte ich es auch genau kontrollieren? Wo sind die Beweise? Keine Ahnung und es ist letztlich auch egal. Ich stehe dazu, was ich esse und wie ich koche. Und das einzige, worum es mir in diesem Artikel geht, ist: Kocht selbst. Es ist unglaublich toll, festzustellen, was man alles zaubern kann, wie lecker selbst gebackenes Brot schmeckt und wie köstlich ein selbst zubereitetes Dessert ist.

Im Internet gibt es ganz tolle Seiten, die Anregungen geben und richtig Lust auf Kochen machen. Und an alle Veganer: Es muss ja nicht immer Attila Hildmann sein ;-) Zu meinen liebsten veganen Seiten gehört gerade der Earthsprout-Blog der Schwedin Elenore Bendel Zahn. Rezepte vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, ist nicht besonders schwer, dazu muss man nicht perfekt Englisch sprechen können. Ich finde es immer spannend, mir auf den englischsprachigen Seiten Anregungen zu suchen.

Sehr süß finde ich übrigens den Hot-for-food-Blog der kanadischen Moderatorin Lauren Toyota und ihrem Kollegen John Diemer. Ebenfalls tolle Rezepte gibt es bei Oh she glows. Die Bloggerin ist ebenfalls Kanadierin und mittlerweile Bestsellerautorin in den USA. Ihr erstes Oh-she-glows-Kochbuch ist in Nordamerika unheimlich beliebt. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber vermutlich ist es eines der englischsprachigen Kochbücher, das bald in meinem Bücherregal landen wird. Und auch toll ist The Chalkboard, das ist eine super Seite, die ich selbst gerade erst über eine Freundin entdeckt habe.

Ich mag außerdem sehr gerne die Seite von YummyMummy, die witzigerweise auch hier in Santa Barbara lebt. Ihre Rezepte sind nur manchmal vegan aber die Bilder sind so toll und immer eine Inspiration.

Eine deutsche Seite, die ich gerade erst entdeckt habe, ist der Blog von Juliane Anker. Die Bloggerin kocht vor allem nach den Rezepten von Attila Hildmann. Seit sie vegan lebt, hat sich ihr Körper enorm verändert und sie hat auch keine Probleme, dies zu zeigen.  Sie hat in dieser Woche unter andrem einen Beitrag zum gerade neu erschienenen „das vegan magazin“ geschrieben, das ich selbst noch nicht gesehen habe.

Was nicht zu unterschätzen ist bei allem Kochspass, ist die richtige Küchenausstattung. Gute Töpfe und Pfannen, die richtigen Messer und natürlich das passende Schneidebrett gehören zur Grundausstattung in der Küche. Ohne den Pürierstab geht in der veganen Küche nichts, und der Mixer und ein gutes Rührgerät gehören für mich auch zur richtigen Ausstattung. Hier gibt das Buch von Attila Hildmann “Vegan for fit” übrigens einen sehr guten Überblick.

So, nun erst mal genug Lesestoff für das bevorstehende Wochenende. Und hoffentlich genug Anregungen, um zusammen oder auch alleine zu kochen.

 

 

 

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3 Comments On This Topic
  1. Nora Moosbrugger
    on Apr 12th at 12:43 pm

    ein ganz großartiger Beitrag!!!

  2. Mareike
    on Mai 22nd at 12:14 pm

    Toller Artikel! Vor allem die Darstellung, dass veganes Essen nicht automatisch nur gesund sein muss. Die bewusste Auseinandersetzung mit seinen Lebensmitteln und deren Herkunft sollte für jeden wichtig sein, um zu wissen was auf dem Tisch kommt. Zusammen mit deinen Rezepten hier, absolut eine Empfehlung wert!

    • Tine
      on Mai 22nd at 1:50 pm

      Danke Mareike, freut mich dass der Artikel Dir gefällt. Ich gebe mir Mühe, in Zukunft noch mehr Rezepte zu posten :-) Liebe Grüsse!


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