Ostern ohne Eier

Ostern ohne Eier

Kurz vor Ostern habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema Ostern ohne Eier gemacht. Warum ich keine Eier mehr esse, hat einen Grund. Ich würde vielleicht Eier essen, wenn ich selbst Hühner in meinem Garten halten würde, die wirklich viel Freilauf und ein glückliches Leben hätten. Aber leider habe ich diese Möglichkeit im Moment nicht und deswegen esse ich keine Eier. Denn wenn ich im Supermarkt Eier kaufe und auf der Verpackung steht, dass es Eier aus Freilandhaltung sind, bedeutet das noch lange nicht, dass jedes Huhn tatsächlich nach draussen kommt und dass es dann draussen auch so viel Platz hat, wie man es sich eigentlich für jedes lebendige Wesen wünschen würde. Wer es ganz genau wissen will, kann gerne im Tierschutzgesetz nachlesen, unter welchen Bedingungen Legehennen leben sollen.

Abgesehen von den klaustrophoben Lebensbedingungen werden Licht, Futter und Fütterzeit manipuliert, damit die Hühner praktisch dazu gezwungen werden, das ganze Jahr über Eier zu legen. Dies führt dazu, dass Legehennen ständig auf Hochleistungs-Eierlegen getrimmt sind. Legehennen werden in der Regel nach eineinhalb Jahren getötet, weil sie danach ihre Hochleistung beim Eierlegen nicht mehr bringen. Die ursprüngliche Lebenserwartung einer normalen Legehenne beträgt 20 Jahre. Männliche Küken sind für die Eierproduktion unbrauchbar und werden deswegen getötet. Sie werden meistens vergast oder bei lebendigem Leib geschreddert. Wer mehr über solche Zahlen wissen will, dem empfehle ich das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer.

Deswegen komme ich nicht auf die Idee, Ostereier im Supermarkt zu kaufen. Trotzdem fällt Ostern für mich nicht aus. Ich finde Ostern wunderbar und Eier vermisse ich nicht im geringsten. Das Osterfrühstück wird bei mir auf jeden Fall aus den eifreien und trotzdem leckersten Waffeln der Welt mit Obsttopping und Ahornsirup bestehen. Ein richtiger Festschmaus. Das Rezept ist aus dem Buch „Vegan backen“, erschienen im Berliner Neun Zehn Verlag. Ich liebe dieses Backbuch weil alle – also wirklich alle – Rezepte aus diesem Buch, die ich nachgekocht habe, auf der ganzen Linie überzeugten – ob es die vegane Zucchini-Zwiebel-Wähe war, der Apfelstrudel oder die Apfel-Zimt-Muffins – jeder, der in den Genuss kam, diese Leckereien zu probieren, war völlig beeindruckt. Und von den Waffeln will ich erst gar nicht reden … Die müsst Ihr einfach selbst ausprobieren!

Wer es lieber herzhaft mag beim Osterfrühstück, kann sogar sein Rührei ohne Ei zubereiten. Ja, echt. Das ist nicht mal ein Witz. Einfach 300 g Seidentofu in der Pfanne mit Kurkuma und Salz mischen und erhitzen. Mit klein geschnittenem Schnittlauch und Petersilie garnieren und mit Kala Namak (schwarzem Salz aus dem Asia-Shop) würzen. Nach Belieben kann man Pilze oder Paprika dazugeben, genau wie bei einem gewöhnlichen Rührei auch.

Und nun kommt natürlich die grosse Problematik: Die Eiersuche im Garten… Für mich persönlich gibt es ein ideales Ostergeschenk. Socken. Ja echt. Socken braucht man ja ständig, leider, auch wenn ich am liebsten immer in Flip-Flops herumlaufen würde. Sogar in Kalifornien kriegt man manchmal kalte Füsse. Und wie auch jeder weiss, verschwinden Socken regelmässig auf mysteriöse Art und Weise in der Waschmaschine. Deswegen freue ich mich an Ostern über dünne Socken und am Nikolaustag über dicke Socken. So einfach ist das. Ostereier brauche ich nicht. Ich wünsche Euch frohe Ostern!

Waffeln:

Zutaten

250 ml Sojamilch Vanille

250 g Dinkelmehl

50 g Vollrohrzucker

125 g vegane Margarine

2 EL Apfelmus

2 TL Sojamehl oder Reismehl

1 TL Weinsteinbackpulver

6 EL sprudelndes Mineralwasser

Maiskeimöl für das Waffeleisen

nach Belieben mit Puderzucker, Ahornsirup und ganz viel frischem Obst garnieren

Die Margarine mit dem Vollrohrzucker schaumig schlagen und Apfelmus dazugeben. Das Mehl mit dem Soja- oder Reismehl und dem Backpulver sieben. Das ist wichtig, da das Mehl wirklich sehr fein sein sollte. Mit der Sojamilch und dem Sprudelwasser abwechselnd unter die Zucker-Margarine-Masse mengen. Das Waffeleisen mit Öl bepinseln und erhitzen. Mit etwa 2 EL Teig befüllen, Masse glatt streichen und warten bis die Waffeln goldbraun gebacken sind. Am besten noch warm verzehren. Lecker!

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