Fitnesskonzept im fremden Element

Zugegeben, meine Beziehung zum Tauchen ist ambivalent: Ich finde es faszinierend sich unter die Wasseroberfläche zu begeben, in die Tiefe abzutauchen und alles hinter (oder besser über) sich lassen zu können. Einer ganz anderen Welt zu begegnen – das macht echt Spaß und es ist super spannend. Aber: Ich begegne dem Tauchen auch mit großem Respekt. Ich tauche mit dem Bewusstsein, meinem Körper etwas zuzumuten, wofür er eigentlich nicht geschaffen wurde. Mittlerweile habe ich eine sehr gute Tauchausbildung hinter mir, ich hatte an der UCSB einen Scientific Safety Research Dive Kurs belegt. Das ist eigentlich ein Kurs, den Biologie-Studenten oder Ingenieure absolvieren, die unter Wasser arbeiten wollen. Warum ich das gemacht habe? Noch besser tauchen zu lernen, mich noch sicherer durch das Wasser zu bewegen, das war mein Ziel. Das hat auch einigermaßen funktioniert. An der ambivalenten Beziehung zum Tauchen hat der Kurs allerdings (leider?) nichts geändert. Ich bin ein besserer Taucher geworden aber ich begegne dem Ozean immer noch mit größtem Respekt.

Viele Taucher spüren von Anfang an eine unglaubliche Euphorie unter Wasser, andere werden das Gefühl der Fremdheit des Elements nicht los. Aber auch das macht natürlich dann einen gewissen Reiz aus. Unabhängig davon allerdings halte ich Tauchen für ein unheimlich gutes Fitnesskonzept:  Beim Tauchen beanspruchen wir verschiedene Muskelgruppen, besonders Beine, Gesäß und Rücken. Um sich effizient durch das Wasser zu bewegen, arbeitet die Bauch-, Gesäß- und Rückenmuskulatur.  Der Kick kommt aus der Hüfte wenn wir durch das Wasser gleiten und nicht aus dem Knie, wie es vielleicht scheinen mag. Zusätzlich zu der Bewegung im Wasser gibt es jede Menge Vorbereitungen an Land zu treffen, die wie ein gutes Krafttraining wirken. Sauerstoffflaschen und Gewichte schleppen,  sich schwer beladen durch den Sand bewegen, und so weiter. Ein typisches Workout-Erlebnis gibt es beim Tauchen dabei nicht. Es fühlt sich nämlich fast entspannend an, durch das Wasser zu gleiten. Wir schwitzen nicht und scheinen schwerelos zu sein. Trotzdem ist mein Körper nach jedem Tauchgang müde. Dazu trägt auch der erhöhte Stickstoffanteil im Körper bei. Vermehrte Atemarbeit, mehr Blut, das in Herz und Lungen gepumpt wird – die Arbeit, die unser Körper beim Absorbieren von Nitrogen, dem Druckausgleich und der allgemeinen Arbeit der Muskulatur zu leisten hat, ist nicht zu unterschätzen, auch wenn viele Taucher glauben, Tauchen sei der schönste Sport für Faule. Ich sehe das ein bisschen anders, denn abgesehen von dem, was unser Körper im Meer und unter Wasser zugemutet wird, ist Tauchen für mich einer der Gründe, gesund und fit zu bleiben. Je besser meine Gesundheit, je fitter mein Körper, um so geringer sind die Risiken, die das Tauchen nun mal ganz klar mit sich bringt. Wer Interesse hat, etwas über eine faszinierende Sportart zu erfahren, kann sich hier und hier und hier informieren. Und hier gibt es wunderschöne Eindrücke aus der Unterwasserwelt Kaliforniens …

Nach dem Tauchen gönnen wir uns übrigens gerne mal einen Burrito. Der Teig ist klassischerweise aus Weizenmehl – wovon ich ja nicht mehr ein allzu grosser Fan bin – aber nach dem Tauchen habe ich darüber gerne mal hinweggesehen. Weizentortillas sind immerhin wenigstens vegan. Man braucht nur

* ca. 100 g Mehl Type 405
* eine Prise Salz
* ein TL Pflanzenöl
* 50 ml lauwarmes Wasser

Und so geht’s: Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Öl und etwas Wasser hinzugeben. Nach und nach das Wasser komplett mit dem Teig verarbeiten. Den Teig 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen und dann dritteln. Jedes Drittel zu einer Kugel formen und mit einem Wellholz zu einem kreisrunden dünnen Tortillafladen ausrollen.
Die Tortillas in einer beschichteten Pfanne mit Öl bei kleiner Hitze anbraten.
Eine beschichtete Bratpfanne, oder eine geschmiedete Eisenpfanne, ohne Zugabe von Öl erhitzen.
Den Tortilla Fladen in die Pfanne legen, dabei die Temperatur soweit zurück schalten, dass der Tortilla nicht gleich anbrennt. Beide Seiten anbraten bis die Fladen hellbraune Punkte bekommen aber noch weich sind.
Die noch warmen Tortillas mit Guacomole (2 reife Avocados, 1 Tomate, Salz, Pfeffer, Ölivenöl verrühren), Koriander, Salatblättern, gekochten schwarzen Bohnen und etwas Reis füllen. Nun den  unteren Teil der Rundung nach oben klappen, anschließend rechts und links die Seiten darüber legen und etwas zusammen rollen. Jetzt kommt das Ganze noch mal in die Pfanne, damit die Tortillas schön knusprig gebraten werden können. Das schmeckt mir so am besten.

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